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![]() I. Einleitung![]()
Vor dem Hintergrund eines gelockerten Netzmonopols und dem Wegfall des Sprachübertragungsmonopols der Telekom werden die Nutzungsmöglichkeiten kommunaler Kommunikationsnetze zunehmend interessant. Für viele Städte stellt sich bereits heute die Frage, wie sie mit vorhandener Netzinfrastruktur umgehen soll. Es ist abzuwägen, ob diese erweitert, erneuert, verkauft oder in einen neu entstehenden "Telekommunikationsmarkt" eingebracht werden soll. Viele Kommunen haben inzwischen die strategische Bedeutung von City-Netzen erkannt und der aktuellen Situation durch die Bereitstellung geeigneter Infrastrukturen und die Gründung von TK-Gesellschaften Rechnung getragen. Durch den Einstieg in die Informationsgesellschaft erhofft man sich insbesondere eine wirtschaftliche Stärkung der Region. Nach einer Studie des Deutschen Städtetags würde ein Engagement einer Stadt im Bereich der Telekommunikation eine Menge Vorteile bringen. Neben dem Ausbau der städtischen Infrastruktur sind insbesondere zusätzliche Dienste für Verwaltung und Bürger von Interesse. Dazu kommen die Erweiterung der eigenen Kompetenz und handfeste wirtschaftliche Interessen. Für die Städte gibt es verschiedene Möglichkeiten, ihre Infrastrukturen zu vermarkten. Die einfachste Möglichkeit besteht darin, verhandene TK-Infrastrukturen auf den verschiedenen Ebenen zu vermieten, zu verpachten oder zu verkaufen. Es kann sich dabei z.B. um Leerrohre, Kabelschächte oder um freie Übertragungskapazitäten auf bereits verlegten Lichtwellenleitern handeln. Darüber hinaus kann die Stadt auch die Aufgabe eines Full-Service-Providers für Großkunden und Bürger übernehmen. Insbesondere in diesem Dienstleistungsbereich sind in Zukunft hohe Zuwachsraten zu erwarten.
Die nachfolgende Arbeit befaßt sich sowohl mit der Philosophie
von City-Netzen als auch mit technischen Aspekten und Dienstaspekten.
Es wird insbesondere auch versucht, einen Überblick über
die Aktivitäten der Kommunen zu vermitteln.
I.1. Aufgabenstellung
Da aus wirtschaftlicher Sicht eine Direktanbindung der Bürger an ein City-Netz in der Regel nicht in Frage kommt, sollen darüber hinaus Techniken beschrieben werden, die unter Verwendung des vorhandenen Telefonanschlußnetzes Hochgeschwindigkeitsanbindungen ermöglichen. Hier sind insbesondere die Digital-Subscriber-Line-Technologien zur Überbrückung der sog. "letzten Meile" von Interesse. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Identifikation und Beschreibung von möglichen City-Netz-Diensten. Neben einer Kurzbeschreibung der verschiedenen Dienste sollen die Dienstanforderungen an die zugrundeliegende Infrastruktur beleuchtet werden.
Desweiteren soll eine Bestandsaufnahme zu laufenden City-Netz-Projekten
in Deutschland vorgenommen werden. Die einzelnen Projekte sind
nach verschiedenen Kriterien gegenüberzustellen und nach
ihrer jeweiligen Ausprägung zu klassifizieren. Einzelne Projekte
sollen exemplarisch im Detail vorgestellt werden.
I.2. Vorbemerkungen
Das 2. Kapitel befaßt sich ausschließlich mit verschiedenen Technologien, die für den City-Netz-Bereich interessant sind. Der erste Schwerpunkt liegt hier in der Beschreibung der sogenannten DSL-Technologien. Es wird ausführlich auf die Entwicklung der einzelnen Technologien eingegangen und die Vor- und Nachteile gegenübergestellt. Nach einer grundsätzlichen Einführung von DSL-Technologien werden HDSL, ADSL und VDSL näher betrachtet.
Des weiteren werden ISDN und ATM basiertes B-ISDN vorgestellt.
Zum Schluß wird noch kurz auf DQDB eingegangen. Hier muß
allerdings angemerkt werden, daß DQDB inzwischen von ATM
überrundet wurde und international kaum noch eine nennenswerte
Rolle spielt. In Deutschland spielt es deshalb noch eine gewisse
Rolle, weil die Datex-M-Netze der Telekom auf dieser Technologie
basieren. Kapitel 3 gibt einen Überblick über laufende deutsche City-Netz-Projekte. Die einzelnen Projekte wurden im Rahmen einer Fragebogenaktion näher untersucht und nun bzgl. der verwendeten Techniken, Architekturen und Diensten gegenübergestellt. Es wird eine Einteilung der Projekte nach den in Kapitel 1 vorgestellten Ausprägungen vorgenommen und anschließend einige Projekte exemplarisch näher beschrieben. Um auch ausländische Entwicklungen nicht ganz außer Acht zu lassen, wird am Ende des Kapitels eine Übersicht über ausländische City-Netze gegeben und das Blacksburg Electronic Village exemplarisch
vorgestellt.
Kapitel 4 befaßt sich mit den konzeptuellen Überlegungen
zu einem geplanten City-Netz für Kaiserslautern. Anhand eines
logischen Netzplanes werden verschiedene geplante Komponenten
des Netzes näher beschrieben.
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