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![]() Kapitel 1: Hintergrundwissen![]()
1.5. Qualitative und Quantitative Beschreibung
von City-Netz-Diensten
Im folgenden Abschnitt wird ein Überblick über gängige
City-Netz-Dienste gegeben. Hier wird die Betonung insbesondere
auf regionale Dienste im Sinne des City-Netz-Konzepts gelegt.
Die klassischen Internet-Dienste werden der Vollständigkeit
halber ebenfalls kurz vorgestellt. Zunächst wird ein Drei-Schichten-Modell
für City-Netze definiert, um Begriffe wie Basis- und Mehrwertdienste
zu klären und eine Klassifikation der Dienste vorzunehmen.
Anschließend werden verschiedene Mehrwertdienste aufgeführt
und kurz beschrieben.
1.5.1. Drei-Schichten-Modell eines City-Netzes
Jedes City-Netz läßt sich durch ein Drei-Schichten-Modell
beschreiben, wobei jede Schicht der darüberliegenden Schicht
ihre Dienste zur Verfügung stellt. Man unterscheidet zwischen
den folgenden drei Ebenen: 1. physikalische Schicht 2. Basisdienste und -anwendungen
3. Mehrwertdienste und -anwendungen
Abb. 1.5.1.1. Drei-Schichten-Modell [6] Die physikalische Schicht beschreibt die zugrundeliegende Netzwerkinfrastruktur - das Transportsystem für elektronische Informationen jeglicher Art. Im Prinzip ist diese Netzinfrastruktur mit unserem Straßensystem, das die Grundlage für den physikalischen Verkehr bildet, vergleichbar. Auf welcher Technologie ein solches Netzwerk letztlich aufsetzt und welche Übertragungsmedien verwendet werden, ist für jedes City-Netz individuell verschieden. Da City-Netze i.a. kostenneutral und wirtschaftlich arbeiten sollten, wird in der Regel oft auf bereits bestehende Infrastruktur zurückgegriffen. Dabei können dann durchaus hybride Netzwerkarchitekturen entstehen. Zur Bereitstellung von benötigter Infrastruktur kommen insbesondere die Energieversorgungsunternehmen, die Telekom und die Kommunen selbst in Frage. Auf dieser Ebene werden bisher nur Hardware-Aspekte betrachtet, während die Software-Aspekte auf den darüberliegenden Schichten eine wesentliche Rolle spielen. Die physikalische Schicht stellt der Schicht 2 als Dienst die Übertragung von elektrischen Signalen, also von rohen Datenbits, zur Verfügung.
Auf der Ebene 2 werden nun auf der existierenden Basisinfrastruktur
Basisdienste und -anwendungen bereitgestellt. Basisdienste
stellen softwareseitige Ergänzungen zur Basisinfrastruktur
dar, d.h. den Anwendern werden Funktionen bzw. Komponenten zur
Realisierung von Mehrwertdiensten zur Verfügung gestellt.
Um in unserem Bild von eben zu bleiben, stellen Basisdienste Tankstellen,
Parkplätze, Verkehrsschilder, Ampeln etc. dar. Solche Basisdienste
realisieren allerdings noch keine konkreten Informations- oder
Anwendungssysteme, vielmehr handelt es sich um Bausteine, die
man universell in konkreten Informationssystemen und Anwendungen
einsetzen kann.
Die 3. Ebene schließlich stellt dem Nutzer bestimmte Anwendungen
und Formen der Nutzung zur Verfügung. Man unterscheidet hier
zwischen Mehrwertdiensten und Mehrwertanwendungen; in unserem
Bild von eben würden z.B. Speditionen und ÖPNV Mehrwertdiensten,
konkrete Automobile, Busse, usw. Mehrwertanwendungen entsprechen.
Für den Endanwender sind letztlich konkrete Anwendungs- und
Informationssysteme, die auf den Basisdiensten und der physikalischen
Infrastruktur aufbauen, von Interesse. Nach der Grundidee des
City-Netz-Konzepts sollten solche Teledienste allen Bürgern
einer Region kostenlos - oder sehr kostengünstig - frei zugänglich
sein, [6].
1.5.2. Klassifikation
von City-Netz-Diensten
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Dienste und Anwendungen,
die im Rahmen von City-Netz- Projekten angeboten werden, zu klassifizieren.
Neben einer Klassifikation nach den oben eingeführten Schichten,
lassen sich die Dienste auch nach den Endnutzern in Dienste für
Privatnutzer und Dienste für Unternehmen einteilen. Die Dienste
für den Privatanwender lassen sich dann noch weiter in Dienste
für bestimmte Lebensbereiche einteilen. Im folgenden werden
einige Mehrwertdienste für den privaten sowie den Unternehmens-Bereich
vorgestellt.
In den letzten Jahren ist eine zunehmende Bereitschaft von Jugendlichen
und jungen Erwachsenen zur Inanspruchnahme von Informations-
und Kommunikationssystemen zu verzeichnen. Insbesondere das Internet
hat durch den Einsatz von multimedialen Informationssystemen,
wie z.B. WWW (World Wide Web), einen enormen Aufschwung erfahren.
Bei der privaten Nutzung von I+K(Informations- und Kommunikations-)-Medien
sind insbesondere folgende Lebensbereiche betroffen:
Tabelle 1.5.2.1. City-Netz-Dienste im privaten Bereich[12]
Im Unternehmensumfeld lassen sich folgende Dienste ausmachen:
Tabelle 1.5.2.2. City-Netz-Dienste im Unternehmensumfeld [12]
1.5.3. Beschreibung einiger ausgewählter
City-Netz-Mehrwertdienste
Der folgende Abschnitt führt einige denkbare Mehrwertdienste
für den Bereich der City-Netze ein. Inwieweit ein Mehrwertdienst
von den Nutzern angenommen wird und inwieweit er für eine
bestimmte Region von Interesse ist, hängt sehr stark von
wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Faktoren sowie dem
Anwenderprofil ab. Für jedes individuelle City-Netz ist daher
vor Ort, mit Vertretern der Wirtschaft, des öffentlichen
Lebens und den übrigen Nutzern, zu klären, welche Dienstanforderungen
bestehen. Viele City-Netze verwirklichen in ihrer Einführungsphase
zunächst reine Internet-Dienste. Klassische City-Netz-Dienste,
auf die Bedürfnisse der jeweiligen Region zugeschnitten,
kommen erst später nach und nach hinzu. Es gibt bereits einige
Studien, die belegen, daß City-Netz-Nutzer proportional
mehr Zeit mit Internetdiensten verbringen - wenn sie angeboten
werden - als mit klassischen City-Netz-Diensten. Die neuen Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten verlangen von den Unternehmen eine zunehmende Flexibiltät und eine veränderte Informationspolitik. Der schnelle und effektive Zugriff auf alle Unternehmensdaten wird zunehmend zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Nur durch umfassende Informationen und die Nutzung aller im Unternehmen vorhandener Informationsquellen kann heute ein Unternehmen einen Wettbewerbsvorsprung erzielen und ggf. ausbauen. Heutige Produktionsabläufe machen eine zunehmende Integration der Geschäftspartner (Kunden, Lieferanten, Kapitalgeber) in die betriebliche Leistungskette notwendig. Hierfür sind insbesondere auch informationelle Verbindungen u.a. zur Unterstützung der Logistik von großer Bedeutung. Realisiert werden solche Verbindungen durch verschiedene Dienste: E-Mail, Fernsprechen, Bildfernsprechen, Telefax, Telex, Multimedia-Systeme sowie Videodienste. Bisher spielen jedoch Dienste zur Sprachübertragung und breitbandige Videoübertragungsdienste noch keine entscheidende Rolle in Stadtnetzen. Das hängt zum einen mit rechtlichen Problemen bei der Sprachübertragung, zum anderen mit unzureichender Bandbreite für Videodienste zusammen. Darüber hinaus besteht zur Zeit einfach noch kein Markt für Videoanwendungen, wie Pilotprojekte der Deutschen Telekom AG gezeigt haben. Ihre Bedeutung wird erst in den nächsten Jahren zunehmen, wenn, im Zuge der Liberalisierung des Telekom-Marktes, das Monopol der Deutschen Telekom AG fällt. Trotzdem haben einige Kommunen noch nicht völlig realisiert, daß eine Teilliberalisierung bereits jetzt stattgefunden hat. Städtische und private Stadtnetzbetreiber können bereits heute, außer Sprache, alle Dienste anbieten. Bei der Bereitstellung von Basisinfrastruktur sollten Sprachdienste im Hinterkopf behalten werden, um beim Wegfall des Monopols zur Sprachübertragung direkt in diesen neuen lukrativen Markt einsteigen zu können. Durch die gleichzeitige Übertragung von Sprache und Daten über einen Backbone wird oft erst die wirtschaftliche Grundlage für viele Netzwerke gegeben.
Nachfolgend werden einige Dienste genauer beschrieben. Die betrachteten
Dienste lassen sich zunächst in Dienste für den Privatbereich
und den Unternehmensbereich einteilen. Dann kann man weiter zwischen
Übertragungsdiensten (von Text, Bild, Ton) einerseits und
Abfragediensten bzw. Informationsdiensten andererseits unterscheiden.
Bei den Übertragungsdiensten ist ferner eine Unterscheidung
zwischen schmalbandiger und breitbandiger Übertragung sowie
eine Unterscheidung von Sprachübertragung möglich.
1.5.3.1. Database Marketing
1.5.3.2. EDIFACT
1.5.3.3. CENTREX
1.5.3.4. Videokonferenz
Für den Unternehmensbereich spielen Videokonferenzen schon
jetzt eine wichtige Rolle zur Integration von Geschäftspartnern
in die betriebliche Leistungskette. Auf dem privaten Sektor allerdings
ist eine wirtschaftliche Vermarktung wegen der fehlenden Nachfrage
noch nicht absehbar. Dies könnte sich allerdings ändern,
sobald die enormen Kosten zur Bereitstellung der benötigten
Übertragungskapazitäten auf ein vernüftiges und
finanzierbares Maß reduziert würden. City-Netze bieten
hier insbesondere auch mittleren und kleineren Unternehmen die
Möglichkeit diesen Dienst verstärkt zu nutzen. Dabei
wird sich die Anwendung zunächst noch auf innerbetriebliche
und zwischenbetriebliche Belange erstrecken
[7],
[20].
Abb. 1.5.3.4.1. Teleteaching [18]
1.5.3.5. Teleworking, Telearbeit
War bisher Teleworking eher Großunternehmen vorbehalten,
so wird dieser Dienst mit der Einführung von City-Netzen
auch zunehmend für kleine und mittlere Unternehmen interessant
und vor allem finanzierbar [7].
Abb. 1.5.3.5.1. Kooperatives Arbeiten
1.5.3.6. Homebanking, Telebanking
vom Büro oder der Wohnung aus mit Hilfe von Personal Computern, EDV oder Bildschirmtext. Heute werden im gewerblichen Bereich Daten mit den Lohn- und Gehaltszahlungen oder Überweisungen aus der EDV online in den Speicher des Kreditinstituts übertragen.
Inzwischen haben viele Banken das große Potential von Telebanking-Diensten
erkannt und entsprechend reagiert. In vielen Städten entstehen
bankinterne Netze zur Anbindung von Großkunden. Solche Netzanbindungen
zu geringen Kosten könnten demnächst auch für Privatkunden
durch den Einsatz von City-Netzen denkbar sein, und uns dem bargeldlosen
Zahlungsverkehr einen Schritt näher bringen [7].
1.5.3.7. Telekonsulting, Telediagnostik, Telemedizin
Bei der Telediagnostik oder auch Telemedizin wird der Patient in einer Sprechstunde am Bildschirm via Videokonferenz über Therapiemöglichkeiten und Risiken aufgeklärt. Außerdem lassen sich bei der Telemedizin Direktübertragungen aus dem Operationssaal zu Weiterbildungszwecken einsetzen. In den letzten Jahren fanden zudem bildgebende Diagnostikeinheiten wie Computer- tomographie und Magnetresonanztomographie eine weite Verbreitung. Vor der Ära des Telekonsulting war das Verschicken von diagnostischem Bildmaterial mit dem Taxi oder der Post die Regel. Heute kann zur Absprache weiterer operativer Maßnahmen direkt auf das benötigte Bildmaterial zugegriffen werden. Bilder und Befunde können während einer Video-Expertenkonferenz ausgetauscht und diskutiert werden, anschließend können dann sofort eine Diagnostik und operative Maßnahmen festgelegt werden.
Zeitraubende und kostenintensive Transporte von Patienten oder
Röntgenbildern werden dadurch vermieden. Damit stellt Telekonsulting
eine außerordentlich einsparungswirksame Technologie zur
Verfügung, deren Verbreitung unbedingt notwendig und auch
absehbar erscheint. Erste positive Erfahrungen mit Telekonsulting
wurden z.B. am "Mainzer Modell" gemacht.
Bisher stehen aufwendige Telediagnostik-Dienste ausschließlich
Großkliniken und Instituten zur Verfügung. Ein Markt
für solche Anwendungen ist noch nicht erschlossen. Mit der
Entwicklung hin zur Informationsgesellschaft wird sich das zwar
in den nächsten Jahren ändern, aber z.Z. ist der direkte
Kontakt zwischen Patient und Arzt noch die Regel [7].
1.5.3.8. Telelearning, Telekultur
Telekultur steht für Dienste, die es dem Anwender erlauben
sich am Bildschirm durch Museen, Kunstsammlungen etc. führen
zu lassen oder Bildbände anzusehen. Natürlich läßt
sich auch auf klassische Bücher zugreifen. Denkbare Anwendungen
und Ausprägungen des Dienstes rund um den Bereich Kultur
sind vielfältig
[7],
[18],
[20].
Abb. 1.5.3.8.1. Computer-Based-Training (CBS)
[18]
1.5.3.9. Teleshopping, Homeshopping
Für den Regionalbereich wäre es z.B. denkbar, daß
man, bevor man zur Arbeit geht, seine Bestellung im ortsansässigen
Supermarkt aufgibt und die Waren dann abends abholen kann oder
sie gleich frei Haus geliefert bekommt. Durch einen solchen Service
könnten ortsansässige Händler einen nicht unbedeutenden
Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren Konkurrenten erzielen.
Reisebüros und Versicherungen sowie Versandhäuser haben
diesen Dienst schon längst für sich entdeckt und nutzen
die neuen Möglichkeiten unter anderem auch in Form von CD-ROMS
in Verbindung mit telefonischer Beratung, denn die direkte Rückkopplung
ist das A und O des Dienstes. Solche Dienste sind zur Erhaltung
der regionalen Wirtschaft und zur Behauptung gegenüber der
Konkurrenz von großer Bedeutung und werden in Zukunft eine
tragende Rolle spielen. Da für die private Nutzung von Teleshopping
der Zugang preislich attraktiv sein, und der Preis für den
Zugang zu einem Warenangebot anders definiert werden muß,
als beispielsweise bei Video-on-Demand oder "Pay-per-View-Verfahren",
könnten City-Netze hier eine geeignete, kostengünstige
Infrastruktur zur Verbreitung des Dienstes darstellen.
Abb. 1.5.3.9.1. Teleshopping
1.5.3.10. Stadtinformationssysteme
Solche Systeme sind lange keine Utopie mehr, in Ludwigsburg z.B. steht das Informationssystem LUSI voll im Dienste des Bürgers.
Solche Systeme ersparen unnötige Lauferei, Klinkenputzen
und Wartezeiten. Man erhält statt dessen immer prompte Antworten
und präzise Informationen um ein spezielles Anliegen erledigen
zu können.
1.5.3.11. Pay TV
Wurde Pay TV bisher via Satellit oder Kabelfernsehen angeboten,
so ist für die Zukunft eine Integration aller Dienste, von
der Sprachübertragung bis hin zur Verteilung von Fernsehprogrammen,
in einem Netz zu erwarten,
[7],
[8],
[20].
1.5.3.12. Interaktives Fernsehen
Bei einer Set-Top-Box handelt es sich um ein Gerät zur Umwandlung von digitalen Programmen, um sie mit analogen Fernsehern empfangen zu können.
Diese ermöglicht es dem Zuschauer, sich ein individuelles
Programm zu jeder Zeit interaktiv zusammenzustellen, bzw. individuell
in den Programmablauf, der darauf flexibel reagieren kann, einzugreifen
oder mitzuwirken,
[7],
[8],
[20].
1.5.3.13. Virtuelle Realität
Der Einsatz virtueller Realitäten würde es z.B. ermöglichen, Gebäude vor ihrer Fertigstellung von allen Seiten, innen und außen, genau zu begutachten. Man könnte auch Räume mit verschiedenen virtuellen Einrichtungen bestücken und sich auf Grund dieser Eindrücke für den Kauf einer bestimmten Einrichtung entscheiden.
Zunehmend spielen computersimulierte Räume auch in Computerspielen
eine große Rolle. Der Anwendung Virtueller Realitäten
sind keine Grenzen gesetzt, sie spielen insbesondere im gestaltenden
und künstlerischen Bereich eine große Rolle
[7],
[20].
1.5.3.14. Video-on-Demand
Video-on-Demand ist zur Zeit in der Erprobungsphase, für
die breite Anwendung im City-Netz-Bereich fehlen jedoch i.a.
noch die benötigten Übertragungskapazitäten. Sogenannte
ADSL- und VDSL-Systeme könnten hier zwar für Abhilfe
sorgen, erste Erfahrungen mit Pilotprojekten der Deutschen Telekom
AG zeigen jedoch, daß es ausgesprochen schwierig ist, Anwender
für diesen Dienst zu finden, und das, obwohl im Rahmen dieses
Pilotprojekts keine Gebühren für die Nutzung anfielen.
Von einer wirtschaftlichen Vermarktung scheint Video-on-demand,
ebenso wie die meisten anderen angesprochenen breitbandigen Bildübertragungsdienste,
noch sehr weit entfernt - obwohl technisch durchaus schon realisierbar,
ist z.Z. noch kein Markt vorhanden. Aus diesem Grund empfiehlt
der Deutsche Städtetag, video-on-demand im privaten Bereich
noch nicht als feste Größe mit in die wirtschaftlichen
Überlegungen bzgl. eines Einstiegs der Kommunen in die Telekommunikation
einfließen zu lassen.
1.5.4. Beschreibung einiger ausgewählter
Internet-Dienste
1.5.4.1. Was ist das Internet?
Mit über 30 Millionen Nutzern ist das Internet das größte nichtkommerzielle Computer-Netzwerk der Welt. Seine heutige Popularität hat es vor allem der Einführung des World Wide Web zu verdanken. Es kann als eine Menge von Rechnern definiert werden, die nach bestimmten Regeln, nämlich dem Internet-Protokoll (IP-Protokoll), untereinander Informationen austauschen können. Das IP-Protokoll, welches nur einzelne Datenpakete durch das Netz schleust, bildet die Grundlage für viele weitere Protokolle mit höheren Funktionalitäten, die den Benutzern verschiedene Kommunikationsformen ermöglichen, [9].
1.5.4.2. E-Mail (Elektronic Mail)
Eine E-Mail repräsentiert einen digitalen Brief, der im einfachsten Fall aus einer Folge von ASCII-Zeichen besteht und der von einem Benutzer zu einem anderen Benutzer - der u.U. an einem weit entfernten Rechner sitzt - übertragen wird. E-Mail eignet sich nicht nur zum Versenden kurzer Mitteilungen, auch längere Texte, Video-Daten, Audio-Daten und Fotos lassen sich so verschicken. Der Empfänger einer E-Mail muß über einen elektronischen Briefkasten verfügen, um die Nachricht zu empfangen. Das E-Mail Konzept hat viele Vorteile gegenüber der herkömmlichen Kommunikation per Post oder Fax. Es ist bequem, umweltfreundlich und sehr schnell. Innerhalb kürzester Zeit ist jeder beliebige Adressat weltweit erreichbar.
E-Mail ist ein Basisdienst der maßgeblich zum Erfolg des
Internet beigetragen hat, gibt es doch keine preiswertere, bequemere
und schnellere Art der schriftlichen Kommunikation
[9],
[11].
1.5.4.3. Net-News
Mittels sogenannter News-Reader lassen sich die Beiträge
bestimmter Newsgroups anzeigen. Im allgemeinen wählt man
aus einer umfangreichen Liste von Newsgroups diejenigen aus, die
man lesen möchte. Damit man sich leichter zurechtfindet sind
die Newsgroups nach Kategorien und Themen eingeteilt und durch
aussagekräftige Namen zur Charakterisierung ihres Inhaltes
bezeichnet. Wählt man nun ein Diskussionsforum aus, so erhält
man zunächst eine Übersicht der Überschriften der
geposteten Artikel. Nun kann man entweder alle Beiträge der
Reihe nach lesen oder ganz gezielt diejenigen, die einen interessieren.
Natürlich kann man auch selber Stellung beziehen und eigene
Beiträge posten, [9],
[11].
1.5.4.4. Ftp
1.5.4.5. Gopher
Mit Gopher Clients, wie z.B. Veronika, kann der Gopherspace nach beliebigen Informationen durchsucht werden. Hier findet man oft weitergehende Informationen als über WWW zur Zeit verfügbar sind. Ein Gopher Client präsentiert dem Anwender eine Anzahl von verschachtelten Menüs, die eine Verzeichnisstruktur nachbilden. Die Unterverzeichnisse und die darin enthaltenen Dateien können entweder auf dem lokalen Gopher Server oder auch auf einem remote Server liegen. Dem Anwender erscheint es so, als ob alle Informationen an einem Ort gehalten werden, für ihn ist die Verteilung weitgehend transparent.
Gopher Clients stellen auch Übergänge zu anderen Informationssystemen
wie dem Word Wide Web, WAIS, archie oder WHOIS zur Verfügung.
Gopher ist zudem ein gebräuchlicher Weg um in einem FTP-Verzeichnis
zu navigieren und Dateien herunterzuladen,
[10],
[11].
1.5.4.6. WAIS
1.5.4.7. Archie
Einmal im Monat startet der Archie-Dienst ein Programm, um alle Verzeichnisse und Dateien der registrierten FTP-Server zu scannen und um eine Gesamtübersicht zu erstellen. Diese Übersicht wird auf verschiedenen Archie-Servern verfügbar gemacht.
Wenn man eine bestimmte Software sucht, gibt man in der Suchmaske
des Archie-Client (z.B. xarchie) den Dateinamen ein. Der Archie-Server
liefert dann auf diese Anfrage hin alle in Frage kommenden FTP-Server
zurück. Nachdem man sich durch einfaches Anklicken der Verzeichnisse
bis zur gesuchten Datei auf dem entsprechenden FTP-Server durchgehangelt
hat, läßt sich die Datei auch gleich downloaden,
[10],
[11].
Abb. 1.5.4.7.1. Abbildung eines Archie-Browser
1.5.4.8. IRC
Das Channel-Konzept ist die Grundlage von IRC. Jeder Channel steht für eine Konversation. Wenn man sich bei IRC einklinkt, landet man zunächst im Null-Channel, wo man noch keine Nachrichten versenden kann. Erst nachdem man sich für einen bestimmten chatting channel - für ein bestimmtes Gesprächsthema - entschieden hat, kann man an einem laufenden Gespräch teilnehmen. Die Anzahl der Kanäle ist unbegrenzt. IRC ist sehr stark in Nord Amerika, Europa und Asien verbreitet. Alles was in einen IRC-channel eingegeben wird, wird um die ganze Welt zu den anderen Gesprächsteilnehmern desselben channels verschickt. Diese können dann auf die gleiche Weise antworten.
Die Diskussionsinhalte auf IRC-channels sind verschieden und decken
einen großen Bereich ab. IRC liefert zudem einen wesentlichen
Beitrag bei der Völkerverständigung, da man über
IRC fremde Kulturen und Gebräuche kennenlernt. Die Konversationssprache
ist überwiegend Englisch, es gibt aber auch deutsche, japanische
oder finnische Kanäle,
[10],
[11].
1.5.4.9. World Wide Web (WWW)
WWW stellt ein globales netzwerkweites und allgemein zugängliches Informationssystem dar, das sein Wissen in Form eines Hypertext-Systems zur Verfügung stellt. Ein Hypertext ist ein Dokument, das Verweise auf andere Dokumente enthält, denen durch einfaches Anklicken sofort nachgegangen werden kann. Zur Adressierung von HTML (HyperText Markup Language)-Dokumenten dient der Universal Resource Locator (URL), der neben der Protokollart, den Rechner und den Dokumentennamen spezifiziert.
Jeder Internetbenutzer kann der Allgemeinheit WWW-Seiten zur Verfügung
stellen, die mit HTML erstellt wurden.
Abb. 1.5.4.9.1. Netscape-Browser
Durch die Einführung von WWW erfreut sich das Internet zunehmender
Popularität. Inzwischen verfügen viele Firmen, Institute
und Einrichtungen sowie viele Privatpersonen über eigene
Homepages, über die sie ihre Werbung, Dokumente u.ä.
publizieren. Dabei ist sogar interaktive Kommunikation möglich.
Über sogenannte Formblätter lassen sich auf diese Art
z.B. Bestellungen vornehmen,
[9] ,
[10],
[11].
1.5.5. Weitere Dienste am Fallbeispiel Münster
Tabelle 1.5.5.1. Dienste der CityKom für Münster
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