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Architektur und Technik kommunaler Telekommunikationsnetze

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Kapitel 1: Hintergrundwissen




1.5. Qualitative und Quantitative Beschreibung von City-Netz-Diensten

Im folgenden Abschnitt wird ein Überblick über gängige City-Netz-Dienste gegeben. Hier wird die Betonung insbesondere auf regionale Dienste im Sinne des City-Netz-Konzepts gelegt. Die klassischen Internet-Dienste werden der Vollständigkeit halber ebenfalls kurz vorgestellt. Zunächst wird ein Drei-Schichten-Modell für City-Netze definiert, um Begriffe wie Basis- und Mehrwertdienste zu klären und eine Klassifikation der Dienste vorzunehmen. Anschließend werden verschiedene Mehrwertdienste aufgeführt und kurz beschrieben.

1.5.1. Drei-Schichten-Modell eines City-Netzes

Jedes City-Netz läßt sich durch ein Drei-Schichten-Modell beschreiben, wobei jede Schicht der darüberliegenden Schicht ihre Dienste zur Verfügung stellt. Man unterscheidet zwischen den folgenden drei Ebenen:

1. physikalische Schicht

2. Basisdienste und -anwendungen

3. Mehrwertdienste und -anwendungen


Abb. 1.5.1.1. Drei-Schichten-Modell [6]

Die physikalische Schicht beschreibt die zugrundeliegende Netzwerkinfrastruktur - das Transportsystem für elektronische Informationen jeglicher Art. Im Prinzip ist diese Netzinfrastruktur mit unserem Straßensystem, das die Grundlage für den physikalischen Verkehr bildet, vergleichbar. Auf welcher Technologie ein solches Netzwerk letztlich aufsetzt und welche Übertragungsmedien verwendet werden, ist für jedes City-Netz individuell verschieden. Da City-Netze i.a. kostenneutral und wirtschaftlich arbeiten sollten, wird in der Regel oft auf bereits bestehende Infrastruktur zurückgegriffen. Dabei können dann durchaus hybride Netzwerkarchitekturen entstehen. Zur Bereitstellung von benötigter Infrastruktur kommen insbesondere die Energieversorgungsunternehmen, die Telekom und die Kommunen selbst in Frage.

Auf dieser Ebene werden bisher nur Hardware-Aspekte betrachtet, während die Software-Aspekte auf den darüberliegenden Schichten eine wesentliche Rolle spielen.

Die physikalische Schicht stellt der Schicht 2 als Dienst die Übertragung von elektrischen Signalen, also von rohen Datenbits, zur Verfügung.

Auf der Ebene 2 werden nun auf der existierenden Basisinfrastruktur Basisdienste und -anwendungen bereitgestellt. Basisdienste stellen softwareseitige Ergänzungen zur Basisinfrastruktur dar, d.h. den Anwendern werden Funktionen bzw. Komponenten zur Realisierung von Mehrwertdiensten zur Verfügung gestellt. Um in unserem Bild von eben zu bleiben, stellen Basisdienste Tankstellen, Parkplätze, Verkehrsschilder, Ampeln etc. dar. Solche Basisdienste realisieren allerdings noch keine konkreten Informations- oder Anwendungssysteme, vielmehr handelt es sich um Bausteine, die man universell in konkreten Informationssystemen und Anwendungen einsetzen kann.

Die 3. Ebene schließlich stellt dem Nutzer bestimmte Anwendungen und Formen der Nutzung zur Verfügung. Man unterscheidet hier zwischen Mehrwertdiensten und Mehrwertanwendungen; in unserem Bild von eben würden z.B. Speditionen und ÖPNV Mehrwertdiensten, konkrete Automobile, Busse, usw. Mehrwertanwendungen entsprechen. Für den Endanwender sind letztlich konkrete Anwendungs- und Informationssysteme, die auf den Basisdiensten und der physikalischen Infrastruktur aufbauen, von Interesse. Nach der Grundidee des City-Netz-Konzepts sollten solche Teledienste allen Bürgern einer Region kostenlos - oder sehr kostengünstig - frei zugänglich sein, [6].

1.5.2. Klassifikation von City-Netz-Diensten

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Dienste und Anwendungen, die im Rahmen von City-Netz- Projekten angeboten werden, zu klassifizieren. Neben einer Klassifikation nach den oben eingeführten Schichten, lassen sich die Dienste auch nach den Endnutzern in Dienste für Privatnutzer und Dienste für Unternehmen einteilen. Die Dienste für den Privatanwender lassen sich dann noch weiter in Dienste für bestimmte Lebensbereiche einteilen. Im folgenden werden einige Mehrwertdienste für den privaten sowie den Unternehmens-Bereich vorgestellt.

In den letzten Jahren ist eine zunehmende Bereitschaft von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zur Inanspruchnahme von Informations- und Kommunikationssystemen zu verzeichnen. Insbesondere das Internet hat durch den Einsatz von multimedialen Informationssystemen, wie z.B. WWW (World Wide Web), einen enormen Aufschwung erfahren. Bei der privaten Nutzung von I+K(Informations- und Kommunikations-)-Medien sind insbesondere folgende Lebensbereiche betroffen:



betroffene Lebensbereiche

Mehrwertdienste und

Mehrwertanwendungen
Freizeit/Unterhaltung
  • Tele- und Videospiele
  • Telekultur
  • Electronic Mail
  • Bulletin Boards
  • Video-on-Demand
  • Audio-on-Demand
  • Pay-TV
  • Virtual Reality
Bildung
  • Teleteaching
  • Computer Based Training (CBT)
Einkauf
  • Teleshopping
  • Telebooking (Reisebüros)
Arbeit
  • Teleworking
  • Home Office
Finanzen
  • Electronic Banking
  • Home Banking
Gesundheit
  • Telemedizin
  • Telediagnostik
  • Notdienste
Information
  • Fahrplanauskunft
  • Bildschirmtext
  • regionale Informationsdienste RegioINFO
  • internationale Informationsdienste WWW
  • elektronische Bibliotheken
  • online-Recherche
  • Behördenwegweiser
  • Wohnungsmarkt
  • Veranstaltungskalender
  • Arbeitsmarktdatenbank
  • on-line Zeitungen
  • Ratsinformationen und Beschlüsse

Tabelle 1.5.2.1. City-Netz-Dienste im privaten Bereich[12]


Im Unternehmensumfeld lassen sich folgende Dienste ausmachen:


Unternehmensbereich

Mehrwertdienste und -anwendungen
Logistik / Integration von Geschäftspartnern
  • Electronic Mail
  • Videokonferenz
  • Fernsprechen
  • Bildtelefon
  • Telex
  • Telefax
  • Multimedia-Systeme
  • Informationssysteme
  • EDIFACT
  • Customerized produced (CUP)
  • Telekooperation
  • CENTREX (Central Office Exchange)
Marktanalyse
  • on-line Datenbanken
  • on-line Recherche
Öffentlichkeitsarbeit
  • Multimedia Präsentation
  • Werbung im Netz
  • Telemarketing
  • Database-Marketing
  • TeleMesse
  • Hypertext und Hypermedia
Dienstleistungen
  • Ablesen von Zählerständen
  • Notdienste
  • Buchungssysteme
  • Security-Dienste
  • Messeorganisation

Tabelle 1.5.2.2. City-Netz-Dienste im Unternehmensumfeld [12]

1.5.3. Beschreibung einiger ausgewählter City-Netz-Mehrwertdienste

Der folgende Abschnitt führt einige denkbare Mehrwertdienste für den Bereich der City-Netze ein. Inwieweit ein Mehrwertdienst von den Nutzern angenommen wird und inwieweit er für eine bestimmte Region von Interesse ist, hängt sehr stark von wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Faktoren sowie dem Anwenderprofil ab. Für jedes individuelle City-Netz ist daher vor Ort, mit Vertretern der Wirtschaft, des öffentlichen Lebens und den übrigen Nutzern, zu klären, welche Dienstanforderungen bestehen. Viele City-Netze verwirklichen in ihrer Einführungsphase zunächst reine Internet-Dienste. Klassische City-Netz-Dienste, auf die Bedürfnisse der jeweiligen Region zugeschnitten, kommen erst später nach und nach hinzu. Es gibt bereits einige Studien, die belegen, daß City-Netz-Nutzer proportional mehr Zeit mit Internetdiensten verbringen - wenn sie angeboten werden - als mit klassischen City-Netz-Diensten.


Die neuen Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten verlangen von den Unternehmen eine zunehmende Flexibiltät und eine veränderte Informationspolitik.

Der schnelle und effektive Zugriff auf alle Unternehmensdaten wird zunehmend zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Nur durch umfassende Informationen und die Nutzung aller im Unternehmen vorhandener Informationsquellen kann heute ein Unternehmen einen Wettbewerbsvorsprung erzielen und ggf. ausbauen.

Heutige Produktionsabläufe machen eine zunehmende Integration der Geschäftspartner (Kunden, Lieferanten, Kapitalgeber) in die betriebliche Leistungskette notwendig. Hierfür sind insbesondere auch informationelle Verbindungen u.a. zur Unterstützung der Logistik von großer Bedeutung.

Realisiert werden solche Verbindungen durch verschiedene Dienste: E-Mail, Fernsprechen, Bildfernsprechen, Telefax, Telex, Multimedia-Systeme sowie Videodienste.

Bisher spielen jedoch Dienste zur Sprachübertragung und breitbandige Videoübertragungsdienste noch keine entscheidende Rolle in Stadtnetzen. Das hängt zum einen mit rechtlichen Problemen bei der Sprachübertragung, zum anderen mit unzureichender Bandbreite für Videodienste zusammen. Darüber hinaus besteht zur Zeit einfach noch kein Markt für Videoanwendungen, wie Pilotprojekte der Deutschen Telekom AG gezeigt haben. Ihre Bedeutung wird erst in den nächsten Jahren zunehmen, wenn, im Zuge der Liberalisierung des Telekom-Marktes, das Monopol der Deutschen Telekom AG fällt. Trotzdem haben einige Kommunen noch nicht völlig realisiert, daß eine Teilliberalisierung bereits jetzt stattgefunden hat. Städtische und private Stadtnetzbetreiber können bereits heute, außer Sprache, alle Dienste anbieten. Bei der Bereitstellung von Basisinfrastruktur sollten Sprachdienste im Hinterkopf behalten werden, um beim Wegfall des Monopols zur Sprachübertragung direkt in diesen neuen lukrativen Markt einsteigen zu können. Durch die gleichzeitige Übertragung von Sprache und Daten über einen Backbone wird oft erst die wirtschaftliche Grundlage für viele Netzwerke gegeben.

Nachfolgend werden einige Dienste genauer beschrieben. Die betrachteten Dienste lassen sich zunächst in Dienste für den Privatbereich und den Unternehmensbereich einteilen. Dann kann man weiter zwischen Übertragungsdiensten (von Text, Bild, Ton) einerseits und Abfragediensten bzw. Informationsdiensten andererseits unterscheiden. Bei den Übertragungsdiensten ist ferner eine Unterscheidung zwischen schmalbandiger und breitbandiger Übertragung sowie eine Unterscheidung von Sprachübertragung möglich.


1.5.3.1. Database Marketing

Unter Database Marketing versteht man die computergestützte Aufbereitung und Nutzung aller vorhandenen Informationen über Kunden- und Interessentendaten. Ziele des Database Marketings sind z.B. eine differenzierte Kundenansprache, die Produktion zielgruppengerechter Produkte oder die Prognose zukünftigen Einkaufsverhaltens.

1.5.3.2. EDIFACT

Bei EDIFACT (Electronic Data Interchange For Administration, Commerce and Transport) handelt es sich um einen speziellen Standard der Vereinten Nationen für den Datenaustausch, der zur internationalen Vereinheitlichung des firmenübergreifenden elektronischen Geschäftsverkehr dient. Arbeitsabläufe zwischen Firmen, wie Bestellungen und Fakturierungen, werden nicht mehr mit Papier und Post, sondern direkt auf der Daten-Infobahn erledigt. EDIFACT ist hard- und softwareneutral, läßt sich also zwischen Systemen unterschiedlicher Anbieter praktizieren [7]

1.5.3.3. CENTREX

CENTREX steht für Central Office Exchange und bedeutet, daß das gesamte Netz eines Betreibers verschiedene Teilnehmer so bedienen kann, als seien sie an eine gemeinsame Nebenstellenanlage angeschlossen. Nutzer dieses Dienstes haben somit die Möglichkeit auf moderne Telefonfunktionalitäten, wie z.B. automatische Anrufverteilung oder Anklopfen, zuzugreifen, ohne sich ein eigene TK-Anlage anschaffen zu müssen.

1.5.3.4. Videokonferenz

Über Kamera und Bildschirm werden Konferenzteilnehmer für alle jederzeit sicht- und hörbar zusammengeschaltet. Videokonferenzen können unter anderem Geschäftsreisen und die damit verbundenen Kosten einsparen helfen.

Für den Unternehmensbereich spielen Videokonferenzen schon jetzt eine wichtige Rolle zur Integration von Geschäftspartnern in die betriebliche Leistungskette. Auf dem privaten Sektor allerdings ist eine wirtschaftliche Vermarktung wegen der fehlenden Nachfrage noch nicht absehbar. Dies könnte sich allerdings ändern, sobald die enormen Kosten zur Bereitstellung der benötigten Übertragungskapazitäten auf ein vernüftiges und finanzierbares Maß reduziert würden. City-Netze bieten hier insbesondere auch mittleren und kleineren Unternehmen die Möglichkeit diesen Dienst verstärkt zu nutzen. Dabei wird sich die Anwendung zunächst noch auf innerbetriebliche und zwischenbetriebliche Belange erstrecken [7], [20].



Abb. 1.5.3.4.1. Teleteaching [18]

1.5.3.5. Teleworking, Telearbeit

Telekommunikatonsstrukturen und Endgeräte machen es heute möglich, zahlreiche Tätigkeiten dezentral abzuwickeln. So hat eine Reihe von Unternehmen Teile ihrer Verwaltung mit wenig Publikumsverkehr an den Stadtrand ausgelagert. Es ist aber auch möglich, Mitarbeitern einen Personal Computer und andere erforderliche Geräte in die Wohnung zu stellen, von der aus sie ihre Arbeiten erledigen und gleichzeitig mit ihrer Verwaltung verbunden sind - man spricht dann von Teleworking.

War bisher Teleworking eher Großunternehmen vorbehalten, so wird dieser Dienst mit der Einführung von City-Netzen auch zunehmend für kleine und mittlere Unternehmen interessant und vor allem finanzierbar [7].




Abb. 1.5.3.5.1. Kooperatives Arbeiten

1.5.3.6. Homebanking, Telebanking

Unter Telebanking oder Homebanking versteht man die Erledigung von Bankgeschäften

vom Büro oder der Wohnung aus mit Hilfe von Personal Computern, EDV oder Bildschirmtext. Heute werden im gewerblichen Bereich Daten mit den Lohn- und Gehaltszahlungen oder Überweisungen aus der EDV online in den Speicher des Kreditinstituts übertragen.

Inzwischen haben viele Banken das große Potential von Telebanking-Diensten erkannt und entsprechend reagiert. In vielen Städten entstehen bankinterne Netze zur Anbindung von Großkunden. Solche Netzanbindungen zu geringen Kosten könnten demnächst auch für Privatkunden durch den Einsatz von City-Netzen denkbar sein, und uns dem bargeldlosen Zahlungsverkehr einen Schritt näher bringen [7].

1.5.3.7. Telekonsulting, Telediagnostik, Telemedizin

Bei der Telediagnostik oder auch Telemedizin wird der Patient in einer Sprechstunde am Bildschirm via Videokonferenz über Therapiemöglichkeiten und Risiken aufgeklärt. Außerdem lassen sich bei der Telemedizin Direktübertragungen aus dem Operationssaal zu Weiterbildungszwecken einsetzen.

In den letzten Jahren fanden zudem bildgebende Diagnostikeinheiten wie Computer- tomographie und Magnetresonanztomographie eine weite Verbreitung. Vor der Ära des Telekonsulting war das Verschicken von diagnostischem Bildmaterial mit dem Taxi oder der Post die Regel. Heute kann zur Absprache weiterer operativer Maßnahmen direkt auf das benötigte Bildmaterial zugegriffen werden. Bilder und Befunde können während einer Video-Expertenkonferenz ausgetauscht und diskutiert werden, anschließend können dann sofort eine Diagnostik und operative Maßnahmen festgelegt werden.

Zeitraubende und kostenintensive Transporte von Patienten oder Röntgenbildern werden dadurch vermieden. Damit stellt Telekonsulting eine außerordentlich einsparungswirksame Technologie zur Verfügung, deren Verbreitung unbedingt notwendig und auch absehbar erscheint. Erste positive Erfahrungen mit Telekonsulting wurden z.B. am "Mainzer Modell" gemacht.

Bisher stehen aufwendige Telediagnostik-Dienste ausschließlich Großkliniken und Instituten zur Verfügung. Ein Markt für solche Anwendungen ist noch nicht erschlossen. Mit der Entwicklung hin zur Informationsgesellschaft wird sich das zwar in den nächsten Jahren ändern, aber z.Z. ist der direkte Kontakt zwischen Patient und Arzt noch die Regel [7].

1.5.3.8. Telelearning, Telekultur

Beim Telelearning werden interaktive, multimediale Lernprogramme zur Wissensvermittlung eingesetzt. Telelearning stellt eine Bereicherung klassischer Fernlernstudiengänge dar. Durch Telelearning wird eine bessere Integration des Studenten in den Lernbetrieb gewährleistet, da bessere bidirektionale Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Fernuni und Student bestehen. Im Rahmen von Telelearning sei auch auf sogenannte Multimedia-Lexika hingewiesen.

Telekultur steht für Dienste, die es dem Anwender erlauben sich am Bildschirm durch Museen, Kunstsammlungen etc. führen zu lassen oder Bildbände anzusehen. Natürlich läßt sich auch auf klassische Bücher zugreifen. Denkbare Anwendungen und Ausprägungen des Dienstes rund um den Bereich Kultur sind vielfältig [7], [18], [20].


Abb. 1.5.3.8.1. Computer-Based-Training (CBS) [18]

1.5.3.9. Teleshopping, Homeshopping

Teleshopping ermöglicht es den Kunden zu Hause am Bildschirm Kataloge anzuschauen und Bestellungen direkt, online oder per Telefon, aufzugeben. Die Zahlung kann dann auch noch gleich online geschehen. Teleshopping bietet eine echte Alternative zu zeitraubenden Einkaufsbummeln in zunehmend autofeindlichen Innenstädten. Eine wichtige Neuerung im Vergleich zum klassischen Versandhandel besteht in der Interaktion zwischen Käufer und Anbieter im Sinne einer vielseitigen Zwei-Wege-Kommunikation. Die eindimensionale Warenpräsentation auf einer gedruckten Katalogseite wird durch intelligente, unkomplizierte Möglichkeiten der Warenauswahl und durch spezielle Beratungsleistungen überwunden. So kann man sich z.B. alle Pullover oder Hosen einer bestimmten Farbe und Größe anzeigen lassen und Kleidungsstücke beliebig kombinieren, um sich per Stand- oder Bewegtbild einen ersten Eindruck zu verschaffen. Erste Pilotprojekte für Teleshopping laufen im Rahmen interaktiver Fernsehprojekte und sollen darüber Aufschluß geben, ob die Präsentation und Handhabung dieses neuen Mediums zuschauergerecht ist [7].

Für den Regionalbereich wäre es z.B. denkbar, daß man, bevor man zur Arbeit geht, seine Bestellung im ortsansässigen Supermarkt aufgibt und die Waren dann abends abholen kann oder sie gleich frei Haus geliefert bekommt. Durch einen solchen Service könnten ortsansässige Händler einen nicht unbedeutenden Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren Konkurrenten erzielen. Reisebüros und Versicherungen sowie Versandhäuser haben diesen Dienst schon längst für sich entdeckt und nutzen die neuen Möglichkeiten unter anderem auch in Form von CD-ROMS in Verbindung mit telefonischer Beratung, denn die direkte Rückkopplung ist das A und O des Dienstes. Solche Dienste sind zur Erhaltung der regionalen Wirtschaft und zur Behauptung gegenüber der Konkurrenz von großer Bedeutung und werden in Zukunft eine tragende Rolle spielen. Da für die private Nutzung von Teleshopping der Zugang preislich attraktiv sein, und der Preis für den Zugang zu einem Warenangebot anders definiert werden muß, als beispielsweise bei Video-on-Demand oder "Pay-per-View-Verfahren", könnten City-Netze hier eine geeignete, kostengünstige Infrastruktur zur Verbreitung des Dienstes darstellen.


Abb. 1.5.3.9.1. Teleshopping

1.5.3.10. Stadtinformationssysteme

Stadtinformationssysteme sollten zum einen grundlegende und aktuelle Informationen über die Stadt und die Region bereitstellen, zum anderen die Kommunikation zwischen den Stadtverwaltungen und den Bürgern sowie zwischen den gewählten Vertretern und den Bürgern vereinfachen und effizienter gestalten. Stadtinformationssysteme sollen damit wesentlich zur Verwirklichung von bürgernahen Verwaltungen beitragen. Ein Tastendruck und man erfährt, was zu tun ist: wie man z.B. einen Reisepaß verlängern kann und was man alles dazu vorlegen muß. Man erfährt, welche Dienststelle zuständig ist und wo sie sich befindet. Das ganze kann man sich dann auch noch gleich in übersichtlicher Form ausdrucken lassen, [1], [3], [4], [5], [13].

Solche Systeme sind lange keine Utopie mehr, in Ludwigsburg z.B. steht das Informationssystem LUSI voll im Dienste des Bürgers.

Solche Systeme ersparen unnötige Lauferei, Klinkenputzen und Wartezeiten. Man erhält statt dessen immer prompte Antworten und präzise Informationen um ein spezielles Anliegen erledigen zu können.


1.5.3.11. Pay TV

Pay TV stellt kodierte Fernsehprogramme zur Verfügung, zu denen nur berechtigte Nutzer Zugang haben. Abonnenten erhalten eine Chip-Karte oder Smart Card, mit der die Programme empfangen werden. Pay-TV wird zunehmend in zwei verschiedenen Varianten angeboten:

  • Pay-per-Channel: pauschales Abonnement eines Kanals für einen monatlichen Festpreis

  • Pay-per-View: individuelle Auswahl einzelner Sendungen aus unterschiedlichen Kanälen. Die Smart-Card registriert minutenweise, welcher Kanal eingeschaltet wurde und berechnet daraus die zu bezahlende Nutzungsgebühr.

Wurde Pay TV bisher via Satellit oder Kabelfernsehen angeboten, so ist für die Zukunft eine Integration aller Dienste, von der Sprachübertragung bis hin zur Verteilung von Fernsehprogrammen, in einem Netz zu erwarten, [7], [8], [20].

1.5.3.12. Interaktives Fernsehen

Das interaktive Fernsehen stellt eine Erweiterung des klassischen TV um einen Rückkanal zum Sender, beispielsweise per Kabel oder Telefonleitung, und um eine Set-Top-Box dar.

Bei einer Set-Top-Box handelt es sich um ein Gerät zur Umwandlung von digitalen Programmen, um sie mit analogen Fernsehern empfangen zu können.

Diese ermöglicht es dem Zuschauer, sich ein individuelles Programm zu jeder Zeit interaktiv zusammenzustellen, bzw. individuell in den Programmablauf, der darauf flexibel reagieren kann, einzugreifen oder mitzuwirken, [7], [8], [20].

1.5.3.13. Virtuelle Realität

Unter Virtueller Realität verstehen wir computersimulierte Räume, in denen sich der Anwender am Computerbildschirm oder mit Hilfe einer speziellen Brille und einem sensorischen Handschuh frei bewegen kann. Die vom Computer berechneten Wechselwirkungen werden in realistischen Bildeindrücken, akustischen Signalen und simulierten Beschleunigungskräften an den Benutzer weitergegeben.

Der Einsatz virtueller Realitäten würde es z.B. ermöglichen, Gebäude vor ihrer Fertigstellung von allen Seiten, innen und außen, genau zu begutachten. Man könnte auch Räume mit verschiedenen virtuellen Einrichtungen bestücken und sich auf Grund dieser Eindrücke für den Kauf einer bestimmten Einrichtung entscheiden.

Zunehmend spielen computersimulierte Räume auch in Computerspielen eine große Rolle. Der Anwendung Virtueller Realitäten sind keine Grenzen gesetzt, sie spielen insbesondere im gestaltenden und künstlerischen Bereich eine große Rolle [7], [20].

1.5.3.14. Video-on-Demand

Video-on-Demand beinhaltet die Funktionalitäten eines klassischen Videorekorders und stellt zudem eine "digitale Videothek" zur Verfügung, aus der man seinen Wunschfilm auswählen und auch gleich abspielen kann. Während der Übertragung kann der Film beliebig angehalten, vor- und zurückgespult werden.

Video-on-Demand ist zur Zeit in der Erprobungsphase, für die breite Anwendung im City-Netz-Bereich fehlen jedoch i.a. noch die benötigten Übertragungskapazitäten. Sogenannte ADSL- und VDSL-Systeme könnten hier zwar für Abhilfe sorgen, erste Erfahrungen mit Pilotprojekten der Deutschen Telekom AG zeigen jedoch, daß es ausgesprochen schwierig ist, Anwender für diesen Dienst zu finden, und das, obwohl im Rahmen dieses Pilotprojekts keine Gebühren für die Nutzung anfielen. Von einer wirtschaftlichen Vermarktung scheint Video-on-demand, ebenso wie die meisten anderen angesprochenen breitbandigen Bildübertragungsdienste, noch sehr weit entfernt - obwohl technisch durchaus schon realisierbar, ist z.Z. noch kein Markt vorhanden. Aus diesem Grund empfiehlt der Deutsche Städtetag, video-on-demand im privaten Bereich noch nicht als feste Größe mit in die wirtschaftlichen Überlegungen bzgl. eines Einstiegs der Kommunen in die Telekommunikation einfließen zu lassen.

1.5.4. Beschreibung einiger ausgewählter Internet-Dienste

Im folgenden sollen einige der gängigsten Internet-Dienste beschrieben werden. Obwohl diese Dienste eigentlich nicht zu den klassischen City-Netz-Diensten zählen, spielen sie z.Zt. noch eine bedeutende Rolle, da die meisten City-Netze einen Internetzugang besitzen und solche Dienste sich bei den Anwendern großer Beliebtheit erfreuen. Viele einfache City-Netz-Architekturen bieten im Moment noch ausschließlich solche Internet-Dienste an. Das hängt u.a. damit zusammen, daß diese Dienste sehr einfach zu realisieren sind und schnell zur Verfügung gestellt werden können. Während für neuartige Mehrwertdienste häufig noch die benötigten Basisdienste fehlen und auch die Erfahrung mit solchen Diensten relativ gering ist, stehen für Internet-Dienste sämtliche benötigten Protokolle und Basisdienste für die gängigsten Rechnertypen zur Verfügung - millionenfach bewährt und getestet. Bevor nun E-Mail, NetNews, Ftp und einige andere Internetdienste eingeführt werden, stellt sich für manche vielleicht doch die Frage:

1.5.4.1. Was ist das Internet?

Entstanden ist das heutige Internet aus dem ARPANET, das ursprünglich für militärische Zwecke geschaffen wurde. Das neu entstandene Internet wurde zunächst vorwiegend von Forschungseinrichtungen als weltweites Datennetz genutzt. Heute erfreut sich das Internet auch im privaten Bereich einer großen Beliebtheit.

Mit über 30 Millionen Nutzern ist das Internet das größte nichtkommerzielle Computer-Netzwerk der Welt. Seine heutige Popularität hat es vor allem der Einführung des World Wide Web zu verdanken.

Es kann als eine Menge von Rechnern definiert werden, die nach bestimmten Regeln, nämlich dem Internet-Protokoll (IP-Protokoll), untereinander Informationen austauschen können. Das IP-Protokoll, welches nur einzelne Datenpakete durch das Netz schleust, bildet die Grundlage für viele weitere Protokolle mit höheren Funktionalitäten, die den Benutzern verschiedene Kommunikationsformen ermöglichen, [9].

1.5.4.2. E-Mail (Elektronic Mail)

Der wohl bekannteste Internetdienst ist das Äquivalent zur Briefpost, die Electronic Mail.

Eine E-Mail repräsentiert einen digitalen Brief, der im einfachsten Fall aus einer Folge von ASCII-Zeichen besteht und der von einem Benutzer zu einem anderen Benutzer - der u.U. an einem weit entfernten Rechner sitzt - übertragen wird. E-Mail eignet sich nicht nur zum Versenden kurzer Mitteilungen, auch längere Texte, Video-Daten, Audio-Daten und Fotos lassen sich so verschicken. Der Empfänger einer E-Mail muß über einen elektronischen Briefkasten verfügen, um die Nachricht zu empfangen.

Das E-Mail Konzept hat viele Vorteile gegenüber der herkömmlichen Kommunikation per Post oder Fax. Es ist bequem, umweltfreundlich und sehr schnell. Innerhalb kürzester Zeit ist jeder beliebige Adressat weltweit erreichbar.

E-Mail ist ein Basisdienst der maßgeblich zum Erfolg des Internet beigetragen hat, gibt es doch keine preiswertere, bequemere und schnellere Art der schriftlichen Kommunikation [9], [11].

1.5.4.3. Net-News

NetNews stellen ein öffentliches Forum für den netzwerkweiten Ideenaustausch dar. Es handelt sich sozusagen um eine nach Themen gruppierte Sammlung von offenen Briefen. Anwender können eigene Nachrichten oder Anfragen in das Netz geben - dies wird posten genannt - auf Artikel per e-mail dem Autor antworten, öffentlich Stellung dazu beziehen oder ganz einfach ankommende Artikel studieren. Die offenen Diskussionsbeiträge werden in den sogenannten Newsgroups gesammelt. Diese Newsgroups stellen Diskussionsrunden im Usenet dar, einem Netzwerk, das aus verschiedenen Computern auf der ganzen Welt besteht und durch Gateways mit dem Internet in Verbindung steht. Die einzelnen Beiträge stammen aus allen Lebensbereichen und stellen eine wahre Fundgrube für Antworten auf Fragen dar. Zur Zeit versorgen mehr als 45.000 Server-Systeme ca. 2,5 Millionen Internetbenutzer mit NetNews. Den Anwendern stehen gegenwärtig etwa 25.000 Newsgroups zur Verfügung, deren Zahl sich jährlich verdoppelt.

Mittels sogenannter News-Reader lassen sich die Beiträge bestimmter Newsgroups anzeigen. Im allgemeinen wählt man aus einer umfangreichen Liste von Newsgroups diejenigen aus, die man lesen möchte. Damit man sich leichter zurechtfindet sind die Newsgroups nach Kategorien und Themen eingeteilt und durch aussagekräftige Namen zur Charakterisierung ihres Inhaltes bezeichnet. Wählt man nun ein Diskussionsforum aus, so erhält man zunächst eine Übersicht der Überschriften der geposteten Artikel. Nun kann man entweder alle Beiträge der Reihe nach lesen oder ganz gezielt diejenigen, die einen interessieren. Natürlich kann man auch selber Stellung beziehen und eigene Beiträge posten, [9], [11].

1.5.4.4. Ftp

Ein weiterer sehr verbreiteter Internetdienst, der Ftp-Dienst, dient der Übertragung von Dateien zwischen beliebigen Hosts im Internet. Diesem Dienst liegt das File Transfer Protokoll zugrunde, das auch namensgebend für den Dienst war. Ein Benutzer, der Daten bzw. Dateien von einem Host A erhalten möchte, öffnet dazu eine Internet-Verbindung zu dem Ftp-Server des Host A. Nachdem eine Verbindung hergestellt wurde, reagiert dieser dann auf gängige Dateisystemkommandos, mit denen der Benutzer sich Verzeichnisse ansehen oder wechseln und Daten übertragen kann. In der Regel erfolgt ein solcher Zugriff via Ftp autorisiert, d.h. unter Angabe eines logins und des dazugehörigen Passwords. Was den Ftp-Dienst jedoch sehr attraktiv macht, ist die Möglichkeit des anonymen Zugangs ohne Passwort. Solche öffentlichen Ftp-Server bieten riesige Mengen von Public-Domain- und Shareware-Programmen, die frei verfügbar sind [9], [11].

1.5.4.5. Gopher

Bei Gopher handelt es sich um ein sehr leistungsstarkes Suchsystem. Über das ganze Internet verteilt gibt es Gopher Server, die riesige Datenbestände verwalten und den sogenannten Gopherspace bilden. Hier liegen indiziert die Titel von Millionen von Dokumenten.

Mit Gopher Clients, wie z.B. Veronika, kann der Gopherspace nach beliebigen Informationen durchsucht werden. Hier findet man oft weitergehende Informationen als über WWW zur Zeit verfügbar sind.

Ein Gopher Client präsentiert dem Anwender eine Anzahl von verschachtelten Menüs, die eine Verzeichnisstruktur nachbilden. Die Unterverzeichnisse und die darin enthaltenen Dateien können entweder auf dem lokalen Gopher Server oder auch auf einem remote Server liegen. Dem Anwender erscheint es so, als ob alle Informationen an einem Ort gehalten werden, für ihn ist die Verteilung weitgehend transparent.

Gopher Clients stellen auch Übergänge zu anderen Informationssystemen wie dem Word Wide Web, WAIS, archie oder WHOIS zur Verfügung. Gopher ist zudem ein gebräuchlicher Weg um in einem FTP-Verzeichnis zu navigieren und Dateien herunterzuladen, [10], [11].

1.5.4.6. WAIS

WAIS ist die Abkürzung für Wide Area Information Server. Es handelt sich hier um Datenbanken, die vorwiegend textbasierte Dokumente enthalten und ebenso wie Gopher zu Recherchen eingesetzt werden. Die zugrundeliegenden Datenbanken können völlig unterschiedlich organisiert sein und verschiedene Datenbanksysteme verwenden, trotzdem braucht der Anwender nicht die verschiedenen Anfragesprachen für die verschiedenen Datenbanken zu kennen. WAIS Clients verwenden eine neutrale Anfragesprache um die gewünschten Informationen zu finden. Das Anfrageergebnis besteht aus einer Menge von Dokumenten, die den oder die Suchbegriffe enthalten. WAIS Datenbanken eignen sich vor allem für zielgerichtete Forschung, [10], [11].

1.5.4.7. Archie

Bei Archie handelt es sich um einen Dienst, der den Nutzer bei der Suche nach bestimmten Dateien und Verzeichnissen auf anonymen FTP-Servern unterstützt.

Einmal im Monat startet der Archie-Dienst ein Programm, um alle Verzeichnisse und Dateien der registrierten FTP-Server zu scannen und um eine Gesamtübersicht zu erstellen. Diese Übersicht wird auf verschiedenen Archie-Servern verfügbar gemacht.

Wenn man eine bestimmte Software sucht, gibt man in der Suchmaske des Archie-Client (z.B. xarchie) den Dateinamen ein. Der Archie-Server liefert dann auf diese Anfrage hin alle in Frage kommenden FTP-Server zurück. Nachdem man sich durch einfaches Anklicken der Verzeichnisse bis zur gesuchten Datei auf dem entsprechenden FTP-Server durchgehangelt hat, läßt sich die Datei auch gleich downloaden, [10], [11].


Abb. 1.5.4.7.1. Abbildung eines Archie-Browser

1.5.4.8. IRC

Das Internet Relay Chat System, kurz IRC, steht für "live"-Diskussionen auf dem Internet über das Internet. In Chat-Foren treffen sich Internet-User aus der ganzen Welt um sich über alles mögliche zu unterhalten. IRC ist dem talk-Kommando, das auf vielen Internet-Rechnern installiert ist, vergleichbar. Während talk jedoch nur zwei Kommunikationspartnern erlaubt via Internet schriftlich on-line zu kommunizieren, können bei IRC im Prinzip beliebig viele Internet-Nutzer an der Kommunikation teilnehmen.

Das Channel-Konzept ist die Grundlage von IRC. Jeder Channel steht für eine Konversation. Wenn man sich bei IRC einklinkt, landet man zunächst im Null-Channel, wo man noch keine Nachrichten versenden kann. Erst nachdem man sich für einen bestimmten chatting channel - für ein bestimmtes Gesprächsthema - entschieden hat, kann man an einem laufenden Gespräch teilnehmen. Die Anzahl der Kanäle ist unbegrenzt.

IRC ist sehr stark in Nord Amerika, Europa und Asien verbreitet. Alles was in einen IRC-channel eingegeben wird, wird um die ganze Welt zu den anderen Gesprächsteilnehmern desselben channels verschickt. Diese können dann auf die gleiche Weise antworten.

Die Diskussionsinhalte auf IRC-channels sind verschieden und decken einen großen Bereich ab. IRC liefert zudem einen wesentlichen Beitrag bei der Völkerverständigung, da man über IRC fremde Kulturen und Gebräuche kennenlernt. Die Konversationssprache ist überwiegend Englisch, es gibt aber auch deutsche, japanische oder finnische Kanäle, [10], [11].

1.5.4.9. World Wide Web (WWW)

Der jüngste Internetdienst, das World Wide Web (WWW), ist ein Konglomerat aus den alten Diensten - Ftp, Telnet, NNTP, AFS, WAIS, Ghoper, News, E-Mail etc. - und einem neuen Hypertext-Dienst.

WWW stellt ein globales netzwerkweites und allgemein zugängliches Informationssystem dar, das sein Wissen in Form eines Hypertext-Systems zur Verfügung stellt. Ein Hypertext ist ein Dokument, das Verweise auf andere Dokumente enthält, denen durch einfaches Anklicken sofort nachgegangen werden kann. Zur Adressierung von HTML (HyperText Markup Language)-Dokumenten dient der Universal Resource Locator (URL), der neben der Protokollart, den Rechner und den Dokumentennamen spezifiziert.

Jeder Internetbenutzer kann der Allgemeinheit WWW-Seiten zur Verfügung stellen, die mit HTML erstellt wurden.


Abb. 1.5.4.9.1. Netscape-Browser

Für die Benutzung des WWW gibt es zahlreiche Browser, wobei die bekanntesten Netscape und Mosaic sein dürften. Über das HTTP-Protokoll (Hypertext Transport Protokoll) werden Anfragen vom Browser an den WWW-Server gerichtet und Hypertext Daten übertragen.

Durch die Einführung von WWW erfreut sich das Internet zunehmender Popularität. Inzwischen verfügen viele Firmen, Institute und Einrichtungen sowie viele Privatpersonen über eigene Homepages, über die sie ihre Werbung, Dokumente u.ä. publizieren. Dabei ist sogar interaktive Kommunikation möglich. Über sogenannte Formblätter lassen sich auf diese Art z.B. Bestellungen vornehmen, [9] , [10], [11].

1.5.5. Weitere Dienste am Fallbeispiel Münster

Bisher haben wir ausschließlich Mehrwertdienste und Anwendungen betrachtet. Darüber hinaus sind natürlich auch Dienstleistungen in den beiden unteren Ebenen unseres Drei-Ebenen-Modells und als flankierende Maßnahmen zum City-Netz denkbar. An dieser Stelle soll eine Übersicht über die geplanten Dienste der Citykom für Münster vorgestellt werden. Diese Übersicht beinhaltet Dienste aus allen 3 Ebenen und darüber hinaus weitere Serviceleistungen wie z.B. Inbetriebnahme-Service für Anwender oder Beratung, [13].


Übertragungswege/

Festverbindungen
  • Dark Fiber
  • Kupfer
  • FV analog
  • FV digital
  • 64 kbit/s - 140 kbit/s

Sprachorientierte Dienste

  • Basistelefondienst analog/digital
  • nationale und internationale Gateways
  • Kompression
  • TK-Anlagen-Substitution
  • Server
  • Vermittlungsplätze
  • OAM
Datenübertragungs-

dienste
  • Frame Relay Dienste
  • ATM- und LAN-Dienste
  • Outsourcing
Funkdienste
  • Wireless local loop
  • Mobiltelefon
  • Funkruf über DECT



Dienste der CityKom für

Münster
Backup-Dienste

Routing
  • getrennte Wegeführung
  • Backup-Wählverbindung
  • Desaster Recovery
  • Backup-Arbeitsplätze
Fernwirkdienste

  • Automatisierter Haushalt
  • Messen
  • Regeln
  • Steuern
Telekommunikations-

Häuschen
  • DECT-Access etc.
  • Fax-, Telefon-, Stadt-Info-Service-Access



Breitband-Pilotprojekte
  • Bildtelefon
  • Stadtfernsehen
  • Dienste-Access
  • Audio/Video-On-Demand
Informationsdienste

  • Stadtinformations-dienste
  • E-Mail
  • Sparkassenservice
  • Gateways zu Infor-mationsanbietern
Equipment-Housing Service und Maintenance Beratung HandelInbetriebnahme-Service für Anwender

Tabelle 1.5.5.1. Dienste der CityKom für Münster







  
Satellitenortung und Navigation: Grundlagen, Wirkungsweise und Anwendung globaler Satellitennavigationssysteme
Siehe auch:
GNSS - Global Navigation Satellite Systems: GPS, GLONASS, Galile...
Integrierte Navigationssysteme. Sensordatenfusion,...
Satellitennavigation
MATLAB - Simulink - Stateflow: Grundlagen, Too...
OpenLayers. Webentwicklung mit dynamischen Karten...
RFID-Handbuch: Grundlagen und praktische A...
 
   
 
     

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