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![]() Kapitel 2: Technologien im Überblick![]()
Es gibt inzwischen eine Vielzahl von verschiedenen DSL-Technologien und ebenso viele Akronyme dafür - ADSL, VDSL, VADSL, HDSL, DSL oder SDSL, um nur einige davon zu nennen.
Die meisten dieser Begriffe besitzen relativ klare Definitionen,
aber oft gibt es Verwechslungen untereinander oder mit anderen
Bezeichnungen [1].
Im folgenden wird ein kurzer Überblick über die Entwicklung
der DSL-Technologien gegeben, anschließend sollen einige
dieser Technologien im Detail betrachtet werden.
2.1.1. Handelsübliche Modems
Solche Modems übertragen und empfangen im selben Frequenzbereich und wurden erst durch die großen Fortschritte in der digitalen Signalverarbeitung, der Halbleitertechnologie und den zugrundeliegenden Algorithmen möglich. Die bisher betrachteten Modems werden an den beiden Enden einer Telefonleitung angeschlossen und übertragen anschließend Daten durch das zugrundeliegende Netzwerk. Dabei werden diese Signale in keinster Weise modifiziert, sondern exakt wie normale Sprachsignale gehandhabt. Dies hat insbesondere den großen Vorteil, daß man solche Modems an jedem beliebigen Telefonanschluß anschließen kann und sie dann sofort einsatzbereit sind. Filter an den Enden des Telefonnetzes beschränken den zur Übertragung einsetzbaren Frequenzbereich auf 3,3 kHz. Ohne diese Filter könnten Kupferkabel Frequenzen im MHz- Bereich übertragen, allerdings treten hier u.U. starke Signalveränderungen bzw. -störungen auf.
Die Signalform verändert sich mit zunehmender Leitungslänge
und Frequenz mehr und mehr, wodurch die praktikable Übertragungsrate
über Kupferleitungen beschränkt wird.
2.1.2. DSL - Digital Subscriber Line
Ursprünglich bezeichnet DSL ein Modem, das für Basic Rate ISDN eingesetzt wird. Ein solches Modem überträgt Daten in beiden Richtungen simultan - es arbeitet also duplex. Dabei wird eine Übertragungsrate von 160 kbit/s über 0,5 mm dicke Kupferleitungen bis zu einer Länge von 5,5 km erreicht. Der Multiplex- und Demultiplexvorgang des Datenstromes in zwei B-Kanäle ( zu je 64 kbit/s) und einen D-Kanal (16 kbit/s) sowie etwas Overhead findet in angeschlossenen Terminals statt. DSL verwendet Echokompensation, um Sende- und Empfangssignal an beiden Enden zu trennen. DSL-Modems verwenden die Bandbreite von 0 bis 80 kHz (bzw. 120 kHz in Europa) und schließen damit die gleichzeitige Verwendung der Leitung für den üblichen Telefondienst POTS (plain old telephone service) aus.
Heutzutage werden DSL-Modems hauptsächlich dazu verwendet,
eine einfache Telefonleitung in zwei POTS-Leitungen zu splitten
und somit eine weitere Verkabelung einzusparen [1].
2.1.3. T1 oder E1
Der resultierende Rahmen war 193 Bit lang und man erreichte eine Datenübertragungsrate von 1,544 Mbit/s. Dieses strukturierte Signal bekam den Namen DS1, wurde aber schon bald mit dem Synonym T1 belegt, das darüber hinaus die "rohe" Datenübertragungsrate unabhängig von der Rahmung und der intendierten Nutzung beschrieb. In Europa wurde die ursprüngliche Entwicklung von T1 modifiziert und E1 definiert - ein Multiplex-System für 30 Sprachkanäle mit einer Übertragungsrate von 2,048 Mbit/s. Die europäische Bezeichnung E1 steht sowohl für die formatierte Version als auch für die "rohe" Datenübertragungsrate. Seit kurzem werden T1/E1-Systeme unter Verwendung bestehender Kupferleitungen eingesetzt. Dazu werden einfache Transceiver mit dem self-clocking Alternate Mark Inversion (AMI) Protokoll eingesetzt. AMI benötigt Repeater im Abstand von ca. 1km von den Zentralstellen und dann ca. alle 2 km. Es wird eine Bandbreite von 1,5 MHz belegt. Heutzutage existieren bereits einige hunderttausend T1/E1 Leitungen weltweit. Obwohl T1/E1 sehr verbreitet ist, ist es zur individuellen Verkabelung einzelner Wohnungen äußerst ungeeignet. Zunächst einmal beansprucht T1/E1 viel zuviel Bandbreite und beeinflußt das Kabelspektrum so sehr, daß die Telefongesellschaften nicht mehr als eine T1/E1-Leitung in einem einfachen Kabel mit 50 Doppeladern verwenden können und zudem keine in einem benachbarten Kabel installieren dürfen. Der flächendeckende Einsatz von T1/E1 würde also eine umfassende Neuverkabelung nach sich ziehen. Außerdem gab es bisher kaum Anwendungen, die solch hohe Übertragungskapazitäten benötigten. Seitdem die Übertragungsratenansprüche im Hinblick auf Multimedia-Anwendungen oder anderen Hochgeschwindigkeitsanwendungen wachsen, sind die Anforderungen in Bezug auf die Übertragungsrate stark asymmetrisch, d.h. es wird ein starker Datenfluß in Richtung Kunde und ein geringer in Richtung Zentrale benötigt. Zudem benötigen neuartige Anwendungen oft schon höhere Übertragungsraten als T1/E1 anbieten. Daher werden Hochgeschwindigkeitsanwendungen für zu Hause i.a. durch ADSL oder VDSL unterstützt.
2.1.4. HDSL - High data rate Digital Subscriber
Line
HDSL erreicht solche Übertragungsraten auf 0,5 mm Kupferkabel
bis zu einer Länge von 3,7 km
[1],
[2],
[3].
2.1.5. SDSL - Single Line Digital Subscriber Line
SDSL ist für Applikationen mit symmetrischen Übertragungsraten
ausgelegt und stellt somit das Gegenstück zu ADSL dar. Die
Reichweite von SDSL ist jedoch auf ca. 3 km beschränkt [1].
2.1.6. ADSL - Asymmetric Digital Subscriber Line
Diese Methode ist jedoch nicht perfekt und es entstehen unerwünschte Signalkoppelungen, welche mit der Leitungslänge und der Frequenz zunehmen. Werden symmetrische Signale in vielen pairs eines Kabels übertragen, wird die mögliche Übertragungsrate und Übertragungsreichweite signifikant begrenzt. Glücklicherweise erfordern Anwendungen für digital subscriber services - wie z.B. Video on demand oder home shopping - i.a. asymmetrische Übertragungsraten. Die Übertragungsrate des upstream (Rückkanal zur Zentrale) variiert zwischen 16 kbit/s und 640 kbit/s. Heutige Produkte unterstützen eine Vielzahl von gängigen Übertragungsraten. Die Spannbreite reicht von Geräten mit minimalen downstream Übertragungsraten von 1,544 Mbit/s bzw. 2.048 Mbit/s bis hin zu Geräten mit 9,6 Mbit/s down und 640 kbit/s up.
Alle Geräte arbeiten in Frequenzbereichen oberhalb der für
POTS verwendeten. Dadurch ist ein unabhängiger, ungestörter
Telefondienst auf der selben Leitung möglich - selbst dann
noch, wenn ein ADSL-Modem ausfällt
[1],
[4],
[5],
[6].
2.1.7. VDSL - Very high rate Digital Subscriber
Line
12.96 Mbps 4,500 feet of wire 25.82 Mbps 3,000 feet of wire
51.84 Mbps 1,000 feet of wire Die upstream Raten liegen hier zwischen 1,4 Mbit/s und 2,3 Mbit/s. VDSL ist in vielerlei Hinsicht einfacher aufgebaut als ADSL. Kürzere Leitungen bedeuten weniger Übertragungs-Constraints, so daß die zugrundeliegende Transceiver-Technologie weniger komplex - obwohl 10mal schneller - ist. VDSL wird ausschließlich in ATM-Netzwerk-Architekturen eingesetzt, dadurch können bestimmte Anforderungen bzgl. des packet handling von ADSL beiseite gelassen werden. Ferner läßt VDSL passive Netzabschlüsse zu, wodurch mehrere VDSL-Modems an eine Leitung angeschlossen werden können. Bei näherer Betrachtung gibt es allerdings auch Nachteile. VDSL muß immer noch Fehlerkorrektur zur Verfügung stellen. Zudem gibt es noch kein öffentliches ATM Netz, so daß VDSL zunächst konventionellen Datenverkehr übertragen muß. Darüber hinaus bringt der passive Netzabschluß einige Probleme mit sich, was dazu führen wird, daß VDSL zunächst identisch wie ADSL, jedoch mit höheren Übertragungsraten, arbeitet.
VDSL wird sowohl von POTS als auch von ISDN durch passive Filter
getrennt
[1],
[8].
2.1.8. Andere Begriffe
Bild 2.1.8.1. Übersicht der DSL-Technologien
Tabelle 2.1.9.1. DSL-Technologien im Überblick [1]
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